Tradition & Geschichte

Der Norddeutsche Lloyd (NDL) aus Bremen betrieb als größte Reederei von der Weser nicht nur zahlreiche überseeische Liniendienste, sondern auch zum Eigenbedarf eine ansehnliche Schlepperflotte sowie eine rege Personenschifffahrt zwischen Bremen und Bremerhaven sowie nach Helgoland und zu anderen Nordseebädern.

 

So entstand 1911 die Idee, eine Warte- und Speisehalle für die Anlegestelle dieses Bäderdienstes zu errichten. Am 13. August 1912 fasste die Bremerhavener Stadtverordnetenversammlung einen entsprechenden Beschluss. Die Planung übernahm der Bremerhavener Stadtbaurat Julius Hagedorn (1874-1943), der zeitnahen Architekturströmungen nahe stand, wie etwa dem renommierten, 1907 gegründeten Deutschen Werkbund. Hagedorn konnte beim Entwurf der Strandhalle einige Änderungen durchsetzen. So entfiel eine zunächst geplante Galerie im Obergeschoß, und statt einer äußeren Verputzung entstand schließlich ein Klinkerbau, der mit zahlreichen anderen Gebäuden in Bremerhaven baulich korrespondierte. Auch der Einbau eines Aquariums im Kellergeschoß wurde schließlich festgelegt. 1913 erfolgte die Fertigstellung der Strandhalle.

 

1958 und 1966/67 wurden umfangreiche Renovierungen vorgenommen, wobei das Gebäude einiges von seiner ursprünglichen Form einbüßte. Im Januar 1987 wurde das baulich marode Lokal geschlossen. Eine gründliche Renovierung führte zu einer Erneuerung der Klinkerfassade, einer Erhöhung des Turms sowie einer gründlichen Neugestaltung im Innern. Am 9. Juli 1989 neu eröffnet, dient die Strandhalle nach wie vor als Restaurant im nostalgischen »Dampferstil« und vermittelt dem Gast ein gediegenes Stück Bremerhavener Kulturgeschichte des 20. Jahrhunderts.

 

 

Im Jahre 1913 wurde in der Strandhalle Bremerhaven ein Nordsee-Aquarium als erste Keimzelle eines kleinen Zoos direkt am Meer eröffnet. Wenige Jahre später begann man mit einer groß angelegten Erweiterung. Am 24. Juni 1928 öffneten die neuen Tiergrotten in Bremerhaven erstmals ihre Pforten. Bereits damals gehörten Eisbären, Seelöwen und Seehunde zu den Bewohnern des kleinen Tierparks am Meer. Der damalige Direktor Dr. Heinrich Lübben hatte schon zu dieser Zeit die Vorstellung den Schwerpunkt auf die Haltung nordischer Tiere zu legen. Dies war jedoch nicht konsequent zu realisieren, da die Seeleute, die den Zoo mit Tieren versorgten, meiste exotische Tiere mitbrachten, die dann in den Bremerhavener Tiergrotten untergebracht wurden.

 

Anfang der 80er Jahre wurden die Tiergrotten in "Zoo am Meer" umbenannt. Die Bremerhavener nennen ihren Zoo jedoch bis heute liebevoll "Die Tiergrotten". Doch mit der Zeit wurden die Tieranlagen des Zoos unansehnlich und marode. So konnte der Betrieb auf Dauer nicht weitergeführt werden.

 

Ende der 90er Jahre wurde heftig über die Zukunft des Zoos diskutiert. Zwei Optionen standen zur Debatte: 1. Abschaffung des Zoos 2. komplette Sanierung des Zoos. Gegen die Auflösung ihres Zoos setzten sich die Bremerhavener mit Unterschriftenlisten erfolgreich zur Wehr. Damit stand fest: Der Zoo am Meer sollte komplett umgebaut werden.

 

 

Weitere Informationen siehe 1912 - 1913 Erbauung der Strandhalle am Deich

 

Weitere Informationen siehe Bremerhaven online (alte Postkarte Strandhalle Bremerhaven)

 
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